Wie Spannungszustände echte Begegnung verhindern

Ich hab da mal ne Frage zum Thema Weltfrieden… Ich frage für einen Hund 😉

Aus meinem Alltag teile ich gerne folgende Erfahrung mit dir:

Besonders in der Hundeszene definieren viele Menschen ihre Identität über ihre Trainingsmethode. Wenn du einen anderen Ansatz vertrittst, wird das von diesen Personen allerdings nicht als alternative Meinung, sondern oft als Angriff auf ihr eigenes Weltbild wahrgenommen. So meine persönliche Wahrnehmung.

Und dann fängt die Katastrophe erst richtig an 🤪

Sollte ich „recht“ haben (ich will ja übrigens gar nicht die ganze Torte, ein kleines Stück zur Inspiration und als Einladung zum Austausch reicht mir übrigens völlig) dann besteht also die Chance, dass andere nicht mehr ganz so „recht“ haben könnten, wie sie bisher dachten.

Was dann meiner Beobachtung nach passiert?

Es befeuert das jeweils eigene Ego, das geschützt werden will. Folglich wird alles andere zutiefst „gefährlich“ und „falsch“ ist es sowieso…

Wäre es da nicht schöner und viel mehr dem Weltfrieden dienlich, das aktuelle eigene Wissen zu hinterfragen, anstatt den Trigger (in dem Fall also mich) im Freiraum namens Internet anzuprangern oder zur Sau zu machen?

Wäre es nicht großartig für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit & Reife einen inneren Spannungszustand wie „Das verstehe ich noch nicht – ich kenne es bisher anders – ich kann mir das Neue noch nicht vorstellen“ einfach auszuhalten und in eine aufrichtige Begegnung zu gehen, anstatt einen giftigen Kommentar zu schreiben, um willentlich emotionalen Schaden zu kreieren?

Mir drängt sich dann nämlich folgende Frage auf: ❓‼️

Wenn für meine eigenen Spannungszustände keine Bereitschaft da ist, hinzusehen und sich selbst zu reflektieren, und immer der Andere die Schuld trägt… mit welcher Vorbildhaltung können wir dann mit dem eigenen Hund in Begegnungen (Hundebegegnungen, Begegnungen mit Menschen) gehen? Und wie können wir dann als solche Hundetrainer andere darin begleiten, Begegnung und Spannungsabbau mit ihren Hunden auch gut hinzubekommen? Wenn der vermeintliche Fehler immer nur beim Gegenüber liegt…

Irgendetwas erschließt sich mir hier noch nicht. …ich frage für einen Hund 😉

Bei all dem nehme ich mich übrigens selbst auch nicht aus. Auch ich erwische mich im Alltag dabei, wie mein System manchmal kurz eng wird, wenn jemand meine mühsam aufgebauten Überzeugungen erschüttert. Auch ich kenne diesen Impuls, mich sofort rechtfertigen zu wollen, anstatt erst einmal tief durchzuatmen. Und genau da sind wir schon bei einem wichtigen Baustein meines Hundetrainings: Atemtechniken. Ich darf mich auch selbst immer wieder daran erinnern, nicht gleich Luft zu holen für den Gegenangriff, sondern innezuhalten und bewusst zu atmen, um mich zu erden und zurückzuholen.

Und dann stelle ich mir die Frage:

Was hat das wirklich(!) MIT MIR zu tun?

Und was kann ich beim nächsten Mal besser machen, damit mein Gegenüber Möglichkeiten sieht auch anders zu reagieren, als beidseits weiterhin alte Trampelpfade zu bemühen.

Wann hast du dich das letzte Mal als Leinwand anderer gefühlt?

Oder hast du das auch schon mal erlebt, dass eine sachliche Frage sofort emotional explodiert ist?

Und wie bist du damit umgegangen?

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